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Leipzigs Geschichte kennen lernen!

Leipzig blickt auf eine lange und bewegte Vergangenheit zurück. Ab dem 7. Jahrhundert lassen sich sorbische Siedlungsstrukturen nachweisen. Vermutlich stammt der Name Leipzigs von dem slawischen Wort „Lipa“, was soviel wie Linde bedeutet. Im Zuge der Ostexpansion des Christentums bauten deutsche Feudalherren die Burg „urbs lipzi“ an der Kreuzung zweier bedeutsamer Fernhandelsstraßen (via imperii und via regia). Diese günstige Lage des Ortes bildete den Grundstein für die zukünftige Bedeutung der Messe- und Handelsstadt Leipzig. Im Jahre 1165 wurde Leipzig das Stadtrecht und das Messerecht verliehen. Gute hundert Jahre später erlangte die Stadt das Geleitschutzprivileg und das Münzrecht. Leipzig gilt damit als älteste Messe der Welt.

Im 15. Jahrhundert ereigneten sich schließlich einige bahnbrechende Dinge. Die zweite deutsche Universität wurde in Leipzig gegründet. 1497 erlangte die Stadt das kaiserliche Messeprivileg und avancierte somit zum bedeutendsten Handelsplatz im mitteldeutschen Raum. Der neu gewonnene Reichtum zeigte sich in der Errichtung von Großbauten, wie das alte Rathaus, die alte Waage (beide von Hieronymus Lotter) und das erste Gewandhaus. Ziegelhäuser verdrängten zunehmend die strohgedeckten Fachwerkhäuser. Das Stadtbild repräsentierte den Wohlstand und die Bedeutung Leipzigs. So sagte Goethe über die damals 30.000 Einwohner zählende Messestadt: "Leipzig ruft dem Beschauer keine altertümliche Zeit zurück. Es ist eine neue, kurz vergangene, durch Handeltätigkeit, Wohlhabenheit, Reichtum zeugende Epoche, die sich uns in diesen Denkmalen ankündet."

Die Stadt wuchs zunehmend, so dass im 18. Jahrhundert die bedeutungslos gewordenen Befestigungsanlagen geschliffen wurden (der heutige Stadtring entspricht mehr oder weniger der ehemaligen Stadtbegrenzung), um eine Stadterweiterung vorzunehmen. Mit der Industrialisierung schließlich wandelte sich Leipzig von der ursprünglichen Warenmesse zur Mustermesse. Als eines der ersten Mustermessezentren übernahm Leipzig einen führenden Welthandelsplatz. 1918 kam noch eine technische Messe dazu, die jedoch sehr bald aus dem Altstadtbereich in die Nähe des Völkerschlachtdenkmals in ebenerdige Hallen verlegt wurde.

Aber nicht nur im Handel erlangte Leipzig historische Bedeutung, sondern auch im Buch- und Verlagswesen. In den 1480ern entstand die erste Buchdruckerei in Leipzig. Später wird in Leipzig die welterste (!) Tageszeitung und die erste deutsche Gelehrtenzeitschrift erscheinen, das Musikverlagswesen gegründet und die erste deutsche „Buchhandlungsgesellschaft“ entstehen. Viele Verlage werden hier ihre Geburtsstunde erleben.

In Leipzig wurde Kultur und Geschichte gemacht. So verbinden sich die Namen etlicher großer historischer Persönlichkeiten mit der Stadt: Lessing und Klopstock zog es nach Leipzig, Luther und Eck disputierten hier, J. S. Bach war Thomaskantor und Stadtmusikdirektor in Leipzig, Gottsched Rektor der Universität und Goethe verbrachte einige Studienjahre in dieser kleinen Metropole. Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schuhmann gründeten das Konservatorium der Musik. Richard Wagner wurde hier geboren. Und auch heute noch ist Leipzig ein Ort, in dem reges Kulturleben herrscht.

Im 20. Jahrhundert schließlich waren die goldenen Zeiten vorbei. Während die Messe- und Verlagsstadt die Völkerschlacht (1813) noch unbeschadet überstanden hatte, so wurde im Zweiten Weltkrieg ein Viertel der Bausubstanz zerstört. Und auch der sozialistische Wiederaufbau hinterließ seine Spuren im Stadtbild: alte Häuser und Kirchen wurden zugunsten sozialistischer Planarchitektur gesprengt.

1989 sollte Leipzig jedoch wieder eine führende Rolle übernehmen: hier kam es zu den geschichtsträchtigen Montagsdemonstrationen auf dem Stadtring als Ausdruck der Unzufriedenheit des Volkes gegenüber der Regierung der damaligen DDR. Seit der Wiedervereinigung Deutschlands lässt sich in Leipzig ein lebendiger Entwicklungsprozess und Aufschwung feststellen. So wird das Stadtleben heute wieder von Wirtschaft und Wissenschaft sowie Kultur und Kunst geprägt.